Notschlafstelle "Schneckenhaus" schließt
Die Notschlafstelle "Schneckenhaus" des Franziskus-Hauses stellte am Mittwoch, den 11.04.2018 - zum Ende der Frostperiode - den Betrieb ein. In 102 Einsätzen durch die Mitarbeiter des Franziskus-Hauses, konnten in diesem Winter 7 Frauen und 42 Männer in der Nacht in der Notschlafstelle teilweise mehrmals aufgenommen werden.
Möglich ist das Angebot der Notschlafstelle "Schneckenhaus" durch die enge und bewährte Zusammenarbeit der Stadt Hanau, dem Main-Kinzig-Kreis und der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe. Auch der gute Kontakt zur Polizei, Stadtpolizei, Bundespolizei und den Krankenhäusern ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen dieses zusätzlichen Übernachtungsangebots mit dem Ziel "Keiner darf erfrieren".
Die Notschlafstelle war seit dem 29.11.2017 geöffnet und ist ein zusätzlicher Erfrierungsschutz für mittellose und obdachlose Menschen in den kalten Wintermonaten.
Über eine Klingel kann ein Bereitschaftsdienst angefordert werden.
Die Unterkunft "Schneckenhaus" ist mit Betten und einem eigenen Sanitärbereich ausgestattet und bietet getrennte Übernachtungsmöglichkeiten für Frauen und Männer. Die Hilfe suchenden Menschen werden mit allem versorgt, was zur Übernachtung notwendig ist, bei Bedarf auch mit Essen und Getränken. Der Verbleib im "Schneckenhaus" ist regelhaft auf eine Nacht beschränkt.
Für den folgenden Morgen bieten die Mitarbeiter/-innen des Franziskus-Hauses einen Beratungstermin an, um einen Ausweg aus der Notsituation zu finden.
Die Mehrheit der Nutzer/-innen der Notschlafstelle nimmt das Gesprächsangebot an. "Manche Gäste, die wir abends oder nachts aufnehmen, sind morgens schon verschwunden. Dann versuchen wir beim nächsten Mal miteinander zu reden.", so Rainer Broßmann vom Franziskus-Haus.
Einige Menschen, die in der Notschlafstelle Schutz suchten, waren akut obdachlose Personen aus Hanau und umliegenden Kommunen, die aus den verschiedensten Gründen nicht mehr in ihre Wohnung konnten und an die zuständige Ordnungsbehörde vermittelt wurden. Eine weitere Gruppe bildeten die Menschen, die auf der Straße leben und zu später Stunde eine Übernachtungsmöglichkeit suchten.
Nach dem Frost ist vor dem Frost
Die Arbeit mit obdachlosen und wohnungslosen Menschen findet das ganze Jahr über statt. Die Straßensozialarbeiterin fährt im Main-Kinzig-Kreis Plätze an, an denen sich Menschen von der Straße aufhalten, um sie frühzeitig in die Tagesstätte, Beratungsstelle, die Herberge und das Übergangswohnheim im Franziskus-Haus zu vermitteln. "Manchmal geht es nur darum, erstmal mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, mal frische Klamotten mitzubringen oder einen Schlafsack.", weiß Sabine Kleeberg, Straßensozialarbeiterin. Sie sagt: "Nach dem Frost ist vor dem Frost! Wir motivieren und unterstützen das ganze Jahr Menschen dabei, Wege aus der Wohnungslosigkeit zu finden."